MedioVis – Uni Konstanz
unter der Betreuung von Harald Reiterer

MedioVis ist eine visuelle Suchmaschine für digitale Bibliotheken und Kataloge. Sie steht als Projekt in der Unibibliothek in Konstanz und wird dort getestet und stetig weiterentwickelt. Unter der Betreuung von Harald Reiterer arbeiten viele Leute an der Weiterentwicklung und Verbesserung von MedioVis. Deshalb gibt es jetzt hier eine Zusammenfassung aus vier Papers zu MedioVis.

Zunächst werden neun Designprinzipien eingeführt, die MedioVis hinterher umsetzen soll und will. Als Designprinzipien aus der Mensch-Computer-Interaktion wäre da Erlernbarkeit, Benutzerfreundlichkeit, Hedonische Qualität und Anpassbarkeit. Diese Prinzipien sind teilweise in der DIN ISO 9241 festgeschrieben.
Designprinzipien, die aus der Erfahrung der Konzeption von visuellen Suchmaschinen resultieren sind die folgenden. Der Nutzer sollte bei der Suchanfrage unterstützt werden. Dabei sollte er keine boolschen Operatoren verwenden müssen. Dann sollte dem Nutzer zuerst ein Überblick über den Informationsraum gegeben werden, ganz nach Shneidermans Mantra „overview first, zoom and filter, an then details on demand“. Damit der Nutzer seine Suche weiter verfeinern kann, sollten ihm Filtermöglichkeiten geboten werden. Dabei kann es sich um visuelle und textuelle Filtermöglichkeiten handeln. Der Informationsumfang soll den Benutzer bei einer Suche nicht überlasten. Idealer Weise kann der Nutzer diesen sogar selbst steuern. So kann vermieden werden, dass der Benutzer sich verliert und zwischen Details und Übersicht hin- und herswitchen muss. Und zum Schluss sollten dem Nutzer Vergleichsmöglichkeiten angeboten werden, damit er das Informationsangebot gut durchsuchen kann.

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  • HyperGrid
    MedioVis vereint viele Darstellungs- und Visualisierungsformen in seiner Benutzeroberfläche. Dabei ist das HyperGrid hervorzuheben. Es stellt eine Tabelle dar, in der die Suchergebnisse angezeigt werden. Dabei können Nutzer die einzelnen Suchergebnisse genauer ansehen ohne den Überblick zu verlieren. Zusätzlich können die Suchergebnisse in dieser Tabelle auch komfortabel gefiltert werden.
  • HyperScatter
    Das HyperScatter stellt eine zweidimensionale Darstellung der Suchergebnisse dar. Hierbei werden die Suchergebnisse entlang von zwei Achsen eingeteilt. Dabei kann der Nutzer selbst entscheiden welche Größen an den Achsen angetragen werden sollen. Also kann auch in dieser Ansicht ohne Probleme gefiltert werden.
  • Coverflow
    Eine andere Ansicht bei MedioVis ist der Coverflow. Um diese Ansicht zu bekommen muss der Nutzer eine Anzahl von Objekten mit einer Art Lasso umschließen.
  • Zoombare objekt-orientierte Nutzungsoberfläche
    Das ganze MedioVis-System basiert darauf, dass den Nutzern erste in Überblick gegeben wird und der Nutzer dann in, für ihn relevante, Regionen reinzoomen kann. Dies geschieht optimaler Weise über direkte Manipulation. Je weiter der Nutzer in die angezeigten Objekte zoomt, desto mehr Details werden präsentiert.
  • Personalisierung
    Der Nutzer kann per Drag & Drop bestimmte Objekte oder ganze Regionen für sich speichern. Dazu muss er eingeloggt sein. Zusätzlich kann der Nutzer die gefundenen Informationen kommentieren und nach seinen Wünschen ordnen.
  • User Experience
    Reiterer und seine Mitarbeiter und Studenten legen auch besonderen Wert darauf dem Nutzer bei MedioVis eine angenehme Erfahrung zu bieten. So werden Joy of Use und attraktives Design besonders berücksichtigt. Beabsichtigt ist weiter ein spielerischer Umgang mit dem System.