Visual and physical interaction design for
information services – Werner A. König

Werner A. König beschäftigt sich in seinem Paper mit dem Interaktionsdesign für Informationsdienste. Dabei stellt er vier essentielle Prinizipien für die Gestaltung von Informationssuchsystemen auf:
1. Mehrere Wege eine Suchanfrage zu formulieren
Weil der Nutzer sein Informationsbedürfnis nicht immer präzise formulieren kann, sollten ihm möglichst mehrere Wege angeboten werden um die Suchanfrage zu formulieren, z.B. Suchanfragen-Vorschau (visual query preview), Anfragenerweiterungstools und –verfeinerungstools (query expansion and refinement techniques).
2. Unterstützung unterschiedlicher Suchstrategien
Weil Nutzer beim analytischen und beim stöbernden Suchen unterschiedliche Strategien benutzen sollten Explorationsmöglichkeiten eingebaut werden, die beide Strategien unterstützen, z.B. Sortierungsmöglichkeiten (sorting possibilities) oder Filtermöglichkeiten (textual filtering possibilities) für analytisches Suchen und Zoom-Möglichkeiten (semantic zooming) zum explorierenden Suchen. Diese Dinge wurden berücksichtigt mit HyperGrid in MedioVis.
3. Zugriff auf möglichst viele verschiedene Informationsaspekte
Weil ein Buch mehr Informationen umfasst als den Buchtitel und den Autor, sollte dem Nutzer ermöglicht werden auf möglichst viele verschiedene Informationsaspekte zugreifen zu können. Dabei könnten die Beziehungen des Autors zu anderen Autoren wichtig sein oder die Periode in der das Buch geschrieben wurde. Dazu können auch MashUps oder Web 2.0-Anwendungen genutzt werden.
4. Suche als positives Erlebnis
Weil der Erfolg eines Produkts nicht mehr nur von seiner Funktionalität und Usability abhängt, sollte die Suche zu einem positiven Erlebnis gemacht werden. Dabei sollte das Augenmerk auf ästhetischer Gestaltung, Joy of Use und den anderen hedonischen Qualitäten liegen (Hassenzahl, 2000)

Anschließend fragt er sich welchen Mehrwert die digitalen Informationssuchsysteme gegenüber einem Besuch in der Bibliothek haben und ob sie diesen eventuell ersetzen können. Dabei macht König darauf aufmerksam, dass die Zusammenarbeit mit anderen durch die virtuellen Bibliotheken jedes einzelnen erleichtert werden könnte. Es können Zusammenhänge erkannt werden und sie können Diskussionsgrundlage sein. Hierbei liegt der Vorteil solcher virtuellen „Subbibliotheken“ darin, dass die Informationen mit anderen geteilt werden können.