Universal Search – Sonja Quirmbach

In diesem Buchkapitel aus Dirk Lewandowskis Handbuch Internet-Suchmaschinen beschäftigt sich Sonja Quirmbach damit wie dem Nutzer Suchergebnisse aus verschiedenen Quellen zusammen präsentiert werden können und sollten. Zu diesen Suchergebnissen aus anderen Quellen können Nachrichten, lokale Ereignisse mit Kartenausschnitten, Bilder, Musik (komplette Alben und populäre Tracks), Aktienkurse, Videos, Blogs und Produktlinks gehören.

Hierbei spielt, laut Quirnbach, das Phänomen der „Tab-Blindness“ eine entscheidende Rolle. Das besagt, dass Links, die oberhalb der generierten Suchergebnisse präsentiert werden, vom Nutzer einfach übersehen werden auch wenn sie diesen in der Suche entscheidend voran bringen könnten. Sie stellt fest, dass es für die Einbindung dieser Daten zur Zeit zwei Konzepte gibt: die Präsentation der Daten außerhalb der Ergebnisliste und die Präsentation innerhalb der Ergebnisliste.

Dann geht sie ausführlich auf die Grundlagen der Gestaltung und Konzeption bei der Universal Search ein. So werden User Centered Design und Informationsdesign speziell im Hinblick auf diese Aufgabe erklärt. Im weiteren Verlauf stellt Quirmbach fest, dass der Nutzerfokus auf dem ersten Ergebnis liegt, egal ob Anzeige oder organisches Ergebnis. Sollte er dieses Ergebnis als nicht relevant einstufen wird das das gesamte weitere Vorgehen beeinflussen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er sehr schnell eine neue Suche starten. Es ist also immens wichtig, dass das Suchergebnis für den Nutzer relevant ist.

Weiterhin beschreibt Quirmbach, dass durch die Einbindung anderer Ergebnisquellen in die Ergebnisliste das Scan-Verhalten des Golden Traingles aufgebrochen wird. Somit sollte das Userinterface für eine Universal Search dahingehend gestaltet werden, dass es nicht nur das vertikale Scannen unterstützt, sondern auch das Scannen auf der horizontalen Ebene. Dann zitiert Quirmbach Andrei Broders Studie, nach der es drei verschiedene Typen von Suchanfragen gibt: transaktionsorientiert (Bedürfnis ist die Suche nach Produkten und web-basierten Kaufprozessen. Der Nutzer hat meist eine Kaufabsicht.), informationsorientiert (Suche nach bestimmten Informationen, die sich auf eine oder mehrere Seiten verteilen können) und navigationsorientiert (Suche nach einer ganz bestimmten Website, Internet als Verzeichnis).

Für Quirmbach besteht die größte Herausforderung bei der Konzeption und Gestaltung einer Ergebnisseite, dass sie emotional ansprechend gestaltet ist ohne grafisch überladen zu wirken. Dabei legt sie vier Bereiche fest, für die sie verschiedene Regeln aufstellt.
1. Benutzeroberfläche in der Suche: schlichtes Design, da komplexere grafische Elemente als Störung empfunden werden; lenke zu stark vom eigentlichen Auftrag ab; sollte den Nutzer dazu bringen die Suche wiederverwenden zu wollen;
2. Informationsarchitektur in der Suche: Anordnung und Positionierung der Suchergebnisse auf der Ergebnisseite sollten logisch strukturiert sein und den Nutzer durch das Angebot führen.
3. Informationsvermittlung in der Suche: Transformation der Rohdaten in brauchbare Information; Nutzer setzen zueinander gehörende Daten in Bezug; nur wenn Inhalte und Suchwort zueinander passen wird die Suchergebnisseite für den Nutzer relevant.
4. Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Maschine in der Suche: Suchprozess von der Eingabe bis zur Darstellung der Suchergebnisse und die Interaktion der Nutzer mit den Ergebnissen.

Dann gibt Quirmbach Hinweise zur Konzeption der Suchergebnisse (Makroebene). Dabei rät sie dazu die Balance zwischen den gefundenen und im Frontend angezeigten Ergebnisquellen zu wahren, da nur ein begrenzte Platz auf dem Bildschirm zur Verfügung steht. Dabei sollte die Nachvollziehbarkeit für den Nutzer, wann welches Ergebnismodul erscheint, gewährleistet sein. Nur so kann die Akzeptanz der Nuter auf Dauer aufrecht erhalten werden.

Achtung
Insgesamt ein schwer zu lesendes Kapitel, das sehr durcheinander wirkt und nur partiell berücksichtigt werden sollte.