Visualisierung zur Unterstützung der Suche in
komplexen Datenbeständen (P. Elzer, U. Krohn)

Das Informationsbedürfnis von Wissenschaftlern ist oft „unscharf“, d.h. sie stehen oft vor Problemen und sie können in den seltensten Fällen genau angeben, welche Informationen sie zur Lösung benötigen.
Nach Meadow ist es jedoch vor allem ausschlaggebend für den Erfolg eines Suchprozesses, dass „…der Nutzer sein Informationsbedürfnis selbst versteht und erkennen kann, was dieses Informationsbedürfnis befriedigt“.

informationssuche

Traditionelle Retrieval-Systeme arbeiten fast ausschließlich nach dem „Matching Paradigma“:

Ein „Matching-Prozeß“ bestimmt, welche Informationen den Anforderungen der Anfrage entsprechen und stellt sie dem Nutzer zur Verfügung. Meist arbeitet er auch noch „indirekt“: Dokumente werden durch Indizes oder andere Beschreibungsformen dargestellt und das Informationsbedürfnis durch die Anfrage. Die Anfrage und die Repräsentationen der Dokumente werden dann verglichen, woraus sich das Suchergebnis ergibt. Das beste Suchergebnis ist dasjenige Dokument, dessen Repräsentation der Anfrage am ähnlichsten ist.

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Oft ist den Nutzern aber gar nicht klar, wonach sie suchen sollen. Ein „exploratives“ Verhalten muss angewendet werden: Das Informationsbedürfnis klärt und entwickelt sich erst im Laufe des Suchvorgangs. Bates charakterisiert dieses folgendermaßen: „In the exploration paradigm it is the process that counts. Nothing is the one right answer – the perfect match. The value is in the process; information is accrued as the exploration dialog proceeds. The searcher obtains information at many points in the dialog. The information need may be modified
during search as well, as the searcher develops a different view of the problem. Thus, the information deemed acceptable to meet the information need may also shift. In contrast, in the matching paradigm there is one point where the final retrieved set is identified. Everything done up to that point is merely preparatory. The searcher’s changing information need is not noted by the paradigm.“

[Bates, M.J. (1986): An exploratory paradigm for online information retrieval. Intelligent Information Systems for the Information Society; Proceedings of the 6th International Research Forum in Information Science. Elsevier/North Holland. 91-99]

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